Blumberger Mühle Ausstellung Moor
Der Moorraum
Der Moorraum
Gar nicht so schaurig
Blick in den Moorraum
"Gar schaurig ist"s, übers Moor zu gehen..." Moore haben schon immer die Fantasie der Menschen angeregt: unwirtlich, voller Irrlichter locken sie den Menschen ins Unglück. Nicht schaurig, sondern wunderschön ist ein intaktes Moor: nicht nur optisch eine Attraktion in der Landschaft, sondern auch mit vielen Funktionen im Ökosystem verbunden. Zehn Prozent der Fläche im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin werden durch Moore eingenommen.
Sie filtern Nährstoffe aus dem Wasser und besitzen damit eine natürliche Reinigungsfunktion. Moore speichern Regenwasser und bilden Torf, wobei sie der Luft das Treibhausgas Kohlendioxid entziehen. Entwässert man ein Moor, so kehren sich diese Leistungen der Natur in ihr Gegenteil: Besonders gravierend wirkt sich die Nährstoff-Freisetzung aus trockengelegten Mooren aus. Sie führt zur Überdüngung nachfolgender Gewässer und der Freisetzung von Gasen in die Luft. Die Renaturierung geschädigter Moorflächen ist daher eine wichtige Aufgabe für die Zukunft.
Charakteristisch für das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sind die vielen Kesselmoore, die von Entwässerungen glücklicherweise zumeist verschont blieben. Sie zählen als Lebensstätten gefährdeter Pflanzen- und Tierarten heute zu den wertvollsten Flächen im Biosphärenreservat. Ihre Vegetation zeigt eine konzentrische Anordnung. Am Rande ist ein besonders feuchter Bereich von mehreren Metern Breite ausgebildet, der zumindest im Frühjahr einem Wasserkranz gleicht. Hier wachsen Seggen, Binsen, Sumpflappenfarn und Sumpfkalla.
Zur Mitte des Kesselmoores hin schließt sich eine Zone mit oft 50 Zentimeter hohen Bulten (Mooshügeln) an, die sich aus dem gemeinen Widdertonmoos, auch Goldenes Frauenhaar genannt, aufbaut.
Die Zentren der Kesselmoore sind meist von horstartig wachsendem Wollgras geprägt. Zur Fruchtzeit bedeckt es die Moore mit einem weißen Schleier, der wunderschön mit der dunkelgrünen Torfmoosdecke kontrastiert. In dem Torfmoosrasen wachen außerdem die Rosmarienheide, der Sumpfporst und eine fleischfressende Pflanze, der Sonnentau.
Inmitten dieser Idylle baut der Kranich sein Nest.

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