Blumberger Mühle Ausstellung Wald

Der Wald

Der Wald

Wo Baumbart zu Hause ist

Sprechender Baum

Botschafter aus dem Wald

Fast die Hälfte des Biosphärenreservates ist mit Wald bedeckt. Auf 64.580 Hektar stehen Waldgesellschaften in den verschiedensten Formen von Kiefernmonokulturen bis zum natürlichen Erlenbruchwald. In der Offenlandschaft nimmt das Ackerland mit circa 40.000 Hektar den größten Raum ein. 8.000 Hektar Grünland befinden sich vor allem auf entwässerten Niedermoor-Standorten. Neben dem Ackerbau prägte vor allem der Wald das Leben der Menschen und das Landschaftsbild dieser Region. Seine Entwicklung hängt eng mit der Kulturgeschichte des Landes zusammen.

Das größte und bekannteste Waldgebiet des Biosphärenreservates ist die sich westlich und nördlich des Werbellinsees erstreckende Schorfheide. Die Schorfheide ist eine sandige dünn besiedelte und ehemals von Eichen dominierte Landschaft, in der eine äußerst wechselvolle Waldbewirtschaftung stattgefunden hat.

Über die Jahrhunderte wurden die Wälder zur Gewinnung von Brenn- und Bauholz sowie zur Betreibung von Glashütten genutzt. Ab dem 17. Jahrhundert spielte die Waldweide eine bedeutende Rolle. Sie erreichte für heutige Verhältnisse unvorstellbare Dimensionen. So wird im Jahre 1784 für das Forstamt Grimnitz ein Bestand von 523 Pferden, 2.650 Rindern und 15.320 Schafen genannt. Zu dieser Nutzungsform kam im 18. Jahrhundert ein umfangreicher Eicheneinschlag, der die Landeskassen füllen sollte. Die natürliche Verjüngung des Waldes war unter diesen Bedingungen kaum möglich, und so wurde nach dieser Phase intensiver Waldnutzung die Schorfheide im 19. Jahrhundert nahezu flächendeckend mit Kiefern aufgeforstet.

Heute mögen die Wälder des Biosphärenreservates dem Besucher überwiegend gesund erscheinen. Aber der Schein trügt: etwa 40 Prozent der Bestände weisen Schädigungen durch Immissionen, Insektenfraß, Klimastress und Wildverbiss auf.

Ein Anfang zum Schutz des Waldes und zur natürlichen Waldwirtschaft ist gemacht.

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